Erzlahn plusplus | Erzlahnspitze Vorgipfel (2719m)

Im Schatten der Erzlahn

Karte TABACCO Blatt 029 Schlern Rosengarten Latemar-Reggelberg 1:25000

Anfahrt Bozen - Eggental - Obereggen und weiter zum Gasthof Epircher Laner

Ausgangspunkt Gasthof Epircher Laner (1826m)

Vom Gasthof zunächst eben auf einem Forstweg nach Nordosten und nach gut zwanzig Minuten in einer Kurve den Steig nach rechts hoch bis in ein teilweise zugewachsenes Kar. Über dieses steigen wir links in den weiten Kessel unterhalb der Erzlahn. Am Boden des Kessels queren wir die mächtigen Lawinenkegel und steigen über Altschneefelder in Richtung Rotlahn bis auf ca. 2400m rechts in den Wänden der Erzlahnspitze ein Couloir sichtbar wird, welches an dessen unteren Ende von einem grossen Felsen geteilt wird. Noch scheint die Rinne in den senkrechten Felswänden auszulaufen, der Durchschlupf zeigt sich erst ganz zum Schluss.
Wir halten auf das Couloir zu und tauschen die Ski an dessen Beginn gegen Pickel und Steigeisen, da es sofort aufsteilt. Durch die gut 50grad steile Rinne hoch, bis wir endlich links einen Ausstieg und damit die Durchgängigkeit des Couloirs erkennen. Hier wird es für gut dreissig Höhenmeter nochmals richtig steil (ca. 55grad), bevor es kurz vor dem Ende wieder leicht abflacht, um dann in einem wenige Meter breiten Flaschenhals auf den Grat zwischen Erzlahnspitze und Vorgipfel zu führen. Wir biegen nach rechts und stehen kurz darauf auf dem Vorgipfel der Erzlahnspitze (2719m).

Abfahrt bei sicheren Bedingungen und gutem skifahrerischen Können wie Aufstieg, ansonsten haben wir die Möglichkeit, nach Südwesten in die Erzlahnscharte zu queren und über diese abzufahren.

Couloir 300hm 50-55grad

Aufstiegszeit 3h 900hm

Das kleine Kirchlein von Birchabruck mit der Erzlahn.
Erzlahn plusplus
Wer in der Gegend um Bozen lebt und dem Skitouren nicht abgeneigt ist, der wird im FRühjahr nicht darum herumkommen, zumindest einmal mit einer Flasche Wein bewaffnet durch die Erzlahn zu steigen, um dann oben in der Scharte das Saisonsende mit etwas Zielwasser zu begiessen. Doch das Latemargebiet bietet mehr.
Vom Anstieg der Erzlahnscharte ist das im zerklüfteten Fels kaum auszumachende Couloir nicht zu sehen, nur wer sich auf der Erzlahnspitze oder auf derem Vorgipfel weit hinauslehnt, erahnt die durchgängige Linie, welche durch die Nordwände hinunter zu den Felskaren der Rotlahn führt und welche wir hier mit dem Arbeitstitel Erzlahn plusplus versehen. Vermutlich ist es der versteckten Lage zu danken, dass nur sehr wenige diesen anspruchsvollen Anstieg wählen, wenn er nicht gar jahrelang überhaupt nicht begangen wird.
Am spektakulärsten ist aber die Abfahrt, vor allem wenn eine durchgängige Schneedecke bis hinunter in das grosse Kar der Erzlahn reicht. Aber selbst bei guten Bedingungen erfordert die Abfahrt eine sehr sichere Skitechnik - und gute Nerven. 


Kurz vor dem Ausstieg wühlt sich Armin durch bodenlosen Schnee.
Geschafft. endlich in der Sonne.
Erzlahnspitze Vorgipfel
Etwas Zielwasser kann nicht schaden.
Der Latemar, links hinten die Rotwand.
Die ersten Meter sind richtig steil.
Einsamer Skitourengänger in der Erzlahn

fotos 18|05|13 © arminklauser | stephansteinmayr | michaeldellantonio